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Was, wenn Glück gar nicht das Ziel ist, sondern der Anfang?

Glück zur Gewohnheit werden lassen: „Wenn’s läuft, dann läufts.“ Warum

„Wenn’s läuft, dann läufts.“, heißt es doch so schön, oder? Ich sitze hier im wunderschönen Leipzig, hatte ein großes Bett ganz für mich allein und blicke auf eine Nacht zurück, in der ich durchschlafen konnte. Normalerweise wäre jetzt der Moment, in dem ich von einem Morgenlauf zurück ins Hotelzimmer kommen würde, denn wenn ich ohne Kinder unterwegs bin, nutze ich diese Gelegenheit eigentlich immer.

Leipzig bietet sich geradezu an für einen Sightseeing-Lauf. Aber nein, heute bin ich nicht gelaufen. Ich bin leicht verschnupft und hatte beschlossen, die Laufschuhe diesmal zu Hause zu lassen.

Stattdessen schnappe ich mir nach der morgendlichen Dusche die Zeitschrift, die im Reisezentrum am Leipziger Hauptbahnhof auslag, aus meiner Tasche. Nun ja, es ist eigentlich keine Zeitschrift, sondern ein Kundenmagazin von Hugendubel. Der Grund, warum ich sie mitgenommen habe, ist eine simple Überschrift. Die Überschrift, die mich beim kurzen Blick ins Heft schmunzeln ließ.

„Glück zur Gewohnheit werden lassen.“

Im Text geht es um die Praxis der Zehn Atemzüge und das das Buch Zehn Atemzüge zum Glück von Glen Schneider. Mir sagt der Autor nichts und ich weiß nicht, ob das Buch gut ist, aber die Idee vom Glück als Gewohnheit gefällt mir. Sind Menschen nicht ohnehin Gewohnheitstiere? Wenn doch so vieles schon zur Gewohnheit geworden ist, warum nicht auch das Glück?

Bei all den Dingen, an die ich mich an meinem Alltag gewöhnt habe, vergesse ich manchmal, welch ein Glück ich habe. Zum Glück (!), dauern diese Momente nur kurz. Denn wenn ich mal kurz Durchatme, fällt mir ein, dass ich nicht darauf warten muss, Glück zu haben. Ich bin ja schon glücklich.

Überhaupt ist es ziemlich blöd, auf sein Glück zu warten. Glück ist ja nichts, was einem passiert.

Wenn einem Glück einfach nur so passieren würde, hieße es ja Happen-ess und nicht Happiness. 

Im Englischen gibt es diesen feinen, aber wichtigen Unterschied zwischen lucky, der Beschreibung eines Zustands, der durch Zufall und Außenwirkung bestimmt wird, und happy, das den eigenen (aktiven) Gefühlszustand beschreibt. Im Deutschen müssen wir uns leider mit dem einen Wörtchen Glück, statt Happiness und Luck begnügen.

Aber was hat mein morgendliches Sinnieren über Glück nun mit dem Laufen zu tun?

Es hat mich dazu gebracht, denn Satz „Wenn’s läuft, dann läufts.“ nicht als Beschreibung eines Zustands zu sehen, bei dem alles wie von Zauberhand einfach passiert. Vielmehr ist es für mich eine Wenn-Dann-Geschichte. Wenn ich mich bewege und die Sachen ins Laufen bringe, dann wird sich auch etwas bewegen.

Wenn ich die täglichen Routinen so organisiere, dass ich meine Überstunden auch irgendwann mal ausgleiche, mit meinem Mann organisiere, dass er sich um die Kinder zu Hause kümmert, dann habe ich das Glück, bei einem interessanten Event in Leipzig dabei gewesen zu sein. Ich habe Menschen wiedergetroffen, die ich viel zu selten „in echt“ sehe und neue, spannende Menschen kennen gelernt.

Es wird heute auch ein Tag für mich sein, um mal durchzuatmen. Ich freue mich jetzt auf einen gedeckten Tisch und das Frühstücksbuffet im Hotel. Später werde ich noch einen kleinen Stadtbummel durch Leipzig machen und mit dem Zug wieder zurück nach Berlin fahren.

Und wo wir gerade beim Durchatmen sind und sich manchmal Zufälle auf ganz glückliche Weise zusammen fügen, möchte ich dieses Video zeigen, dass gestern am Vormittag in meiner Facebook Timeline auftauchte.

In diesem Sinne: „Be happy, go lucky!“ 

 

 

3 Kommentare

    • Liebe Janina,

      hab vielen Dank. Genau dieser Artikel von dir passt ganz wunderbar dazu! (Wer noch nicht auf den Link geklickt hat, bitte JETZT nachholen!)

      Beste Grüße!
      Sophie

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