Kinderzimmer, Wohnen
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Einen alten Schrank tapezieren? Eine Idee ganz einfach umgesetzt.

Schrank tapezieren: Weiße Tapete mit goldenen Hummeln von Farrow & Ball

Kann man einen Schrank tapezieren? Aber ja! Eine Kombination aus Farbe und Tapete machte aus dem alten Kleiderschrank in unserem Kinderzimmer ein Unikat. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist, einen Schrank zu tapezieren und bin vom Ergebnis immer noch begeistert. Deswegen hier mein Erfahrungsbericht und ein paar Tipps für alle, die auch überlegen, einen Schrank mit Tapete zu verschönern.

Das neue Schätzchen im Kinderzimmer ist ein alter Kleiderschrank. Lange haben wir nach einem solchen Schmuckstück gesucht, doch die Kleiderschränke bei diversen Antikhändlern waren uns einfach zu teuer. Die Suche war beendet, als meine Kollegin sagte, sie hätte einen Kleiderschrank günstig abzugeben. Bingo, das dreitürige Schmuckstück aus Massivholz eroberte schon auf dem Foto mein Herz.

Farbe, Tapete oder einfach beides?

Lange habe ich überlegt, ob ich den Schrank so belasse oder noch einmal Hand anlege, denn von außen ist das Holz wirklich tip top in Ordnung. Nur innen sieht man ihm an, dass er schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Erst hatte ich nur Farbe im Sinn, doch dann kam mir die Idee, einfach mal Farbe mit Tapete zu kombinieren. Um mein Fazit vorweg zu nehmen: Ich würde jederzeit wieder einen Schrank tapezieren.

Wichtig: Die Töne von Farbe und Tapete aufeinander abstimmen und Musterstücke bestellen.

Für die drei Schubladen des Schrankes habe ich bewusst einen schönen zinnoberroten Farbton gewählt (Blazer No. 212, Estate Eggshell). Immerhin haben wir im Kinderzimmer einen schwarzen Fußboden. Da darf man bei den Möbeln (besonders, wenn es nur innen ist) ruhig mal mutig sein. Für die Innenwände und die Ablagen des Schrankes habe ich zurückhaltende und edle Töne gewählt. Farbe kommt schließlich mit den bunten Kindersachen genug hinein. Bei den Farben habe ich mich bewusst für ein Finish entschieden, das gut auf Holzoberflächen hält, nicht zu sehr glänzt und trotzdem abwischbar ist. Da ich genau den Farbton der Tapete aufnehmen wollte, hatte ich kurzerhand das Facebook-Team von Farrow & Ball angeschrieben. Die fanden dann auch den exakten Farbton (White Tie No. 2002, Estate Eggshell) der Tapete heraus.

Bei Tapeten kann ich nur dazu raten, sich vorher ein Musterstück mit nach Hause zu nehmen oder zu bestellen und es direkt an den Schrank zu halten, der tapeziert werden soll. Nur so sieht man, wie das Holz des Schrankes und die Tapete zueinander passen. Ich hatte mir drei Muster der Tapete bestellt und mich dann für die goldenen Hummeln auf dem hellsten Farbton entschieden.

In der Beschreibung der Tapete (Bumble Bee BP 507) heißt ganz poetisch: „Dieses Muster wurde ursprünglich als Seidenstoff in dem Schlafzimmer von Josephine Bonaparte gefunden. Es zeigt eine Myriade von Hummeln und ist übersät mit frechen Polkapunkten, die diesem hypnotischen Design den bezaubernden Sinn kindlicher Unschuld und Verspieltheit verleihen.“ Ich hätte mir dieses Muster auch so ausgesucht, aber ich finde es immer schön, wenn es noch solche Hintergrundinfos gibt.

Und hier meine Anleitung zum Schrank tapezieren:

Eigentlich tapeziert man einen Schrank nicht anders als eine Wand. Da allzu feuchtes Holz jedoch aufquillt, kann ich nur dazu raten, einen hochwertigen Tapetenkleister zu verwenden. Das hat den Vorteil, dass man ihn nur dünn auftragen muss und das Holz nicht so feucht wird.

  1. Tapetenstücke zuschneiden:
    Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man den vorher natürlich gesäuberten Schrank mit der Tapete bekleben kann. Wir haben die Flächen ausgemessen  und die Tapete entsprechend zugeschnitten, weil wir wenig Verschnitt wollten, um mit nur einer Rolle auszukommen. Manche finden es aber leichter, wenn sie die Tapete sofort auf den Schrank tapezieren und sie dann erst nach dem Aufkleben exakt abschneiden.
  2. Tapetenkleister auftragen und Tapete festkleben:
    Hier hält man sich am besten an die Hinweise des Tapetenherstellers. Wir haben die Tapete dünn eingekleistert und dann aufgeklebt. Mein manchen Vliestapeten kann man aber auch das Holz einkleistern und die Tapete erst dann darauf kleben. Wichtig ist nur, die Tapete beim Verarbeiten nicht zu sehr zu ziehen.
  3. Tapete glatt streichen:
    Mit der Tapezierbürste oder einer Gummirolle muss die Tapete anschließend gut glatt gestrichen werden, immer von innen nach außen. Besonders an den Kanten darauf achten, dass die Tapete guten Kontakt zum Holz hat und gut haftet.
  4. Tapetenränder abschneiden:
    Hat man sich für die Variante entschieden, die überstehenden Ränder nach dem Tapezieren abzuschneiden, dann ist jetzt ein ruhiges Händchen gefragt. Ich ziehe dafür mein Scrapbooking-Skalpell einem Teppichmesser vor, weil es besser in der Hand liegt und ich sauberer damit schneiden kann. Das Schneiden war in dem Fall nötig, da eine Leiste im Schrank nicht ganz gerade war.

Das war auch schon die ganze Anleitung zum Tapezieren und es ist wirklich kein Hexenwerk. In unserem Fall hätte ich es aber ohne meinen Mann nicht so schnell geschafft. Der musste am Ende das meiste von meiner Idee, den alten Kleiderschrank zu streichen und zu tapezieren, umsetzen, da Kind 3.0 an diesem Tag am liebsten immer auf meinem Arm bleiben wollte.

Linktipp: „Find it, Paint it, Love it“ Alte Möbel neu gestalten.

Wir haben die Regalböden des Schrankes mit Farbe gestrichen, aber natürlich können auch diese tapeziert werden. Werden hier aber regelmäßig Sachen ein- und ausgeräumt, sollte die Tapete anschließend mit einer transparenten, selbstklebenden Folie überzogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Tapete zu schnell abnutzt und einreißt.

Kreative Idee: Schrank tapezieren und streichen

Zum Schränke tapezieren eignen sich übrigens nicht nur Tapeten, sondern auch Landkarten sehr gut. Bei mir schlummert noch eine alte Karte von Afrika eingerollt in der Ecke und schielt immer so auf die HEMNES Kommode von IKEA. Aber ganz sicher bin ich mir noch nicht.

 

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3 Kommentare

    • Hi Evy, vielen Dank! Ich finde auch, dass der wuchtige Holzschrank innen jetzt irgendwie „luftiger“ aussieht. (Ein besseres Wort fiel mir gerade nix hat ein…)

      LG Sophie

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