Kind & Kegel
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Wider die Statistik: Ossi-Mama bastelt ’ne Schultüte

Kind 1.0 mit seiner Bleistift-Schultüte

„Schultüten: Wessis basteln, Ossis kaufen.“ Das ist zusammengefasst die Botschaft, die vor ein paar Tagen durch diverse Nachrichtenportale (z.B. Focus Online) flatterte.  Zum Schulanfang bekommen über 80 Prozent der Kinder in den neuen Bundesländern eine gekaufte Schultüte, wie eine Umfrage von Deals.com unter 523 Eltern ergab. In Westdeutschland hingegen gab über die Hälfte der Befragten an, zu Schere und Kleber zu greifen und die Schultüte selbst zu basteln. Normalerweise hätte mich eine Nachricht wie diese wirklich kalt gelassen, hätte ich nicht vor kurzem zugestimmt, bei der Bastelaktion „Die schönste Schultüte“ vom HIMBEER Magazin mitzumachen.

Die Vorgehensweise war denkbar einfach, dachte ich mir: Ich sammle erst einmal tolle Inpirationen, wie man eine Schultüte bastelt, stelle in Nullkommanix meine schöne Schultüte fertig, schlage damit der Statistik ein Schnippchen (!), stelle das Ergebnis hier im Blog vor und schicke später noch Foto an die Initiatoren, damit mein Foto auf der Homepage des HIMBEER Magazins veröffentlicht wird, um möglichst viele Stimmen zu sammeln. Die Aktion findet in Kooperation mit TIWWL, dem Lifestyle-Magazin von Deals.com statt. Ja, genau die mit der Umfrage. Ein toller Plan, oder?

Die Umsetzung wäre aber ohne meinen Mann nicht möglich gewesen, schon gar nicht an nur einem Abend. Aus mehreren großformatigen Bögen Bastelkarton, Unmengen Kleber, goldfarbenem Stoff, farbigem Klebeband, einer Kordel und Papier mit Goldprägung wurde die Schultüte für Kind 1.0 – oder besser gesagt der größte befüllbare Bleistift von Berlin-Friedrichshain.

Basteln fürs Schulkind: Unsere Buntstift-Schultüte, naja Bleistift-Schultüte

An dieser Stelle danke ich der NIDO für die Anleitung, kann allerdings nur jedem raten, die Kommentare sorgfältig zu lesen. Meinem Mann zum Glück direkt beim Übertragen der Umrisse für die Stiftspitze auf, dass die Seitenlänge nicht stimmen kann. Sonst wird die Spitze zu klein. Da ich die Kommentare zur Anleitung nicht gelesen hatte, bin ich sehr dankbar, einen Mann zu haben, der in Geometrie bewanderter ist als ich. Der Bogen Karton mit der Holzmaserung war nämlich mit knapp fünf Euro das teuerste Teil der ganzen Zuckertüte. Habe ich gerade Zuckertüte statt Schultüte geschrieben? Tja, Ossi-Mutter eben! Es zeigte sich auch, dass es wirklich wertvoll ist, guten Bastelkleber im Haus zu haben, der nach dem Trocknen transparent wird. So konnte ich besonders schwierige Klebestellen großzügig einkleistern und musste mir nicht allzu viele Gedanken drüber machen, wie die Stelle nach dem Trocknen aussieht. Da ich keine Nähmaschine habe, wurde auch der Stoff für den Verschluss kurzerhand mit Saumfix gebügelt.

Fertig: Die Bleistift-Schultüte, fertig zur Übergabe

Ich hatte für den Bruchteil einer Sekunde überlegt, ob ich nicht einfach Kind 1.0 auf die Schultüte kleben sollte, das wären immerhin sehr viel weniger Buchstaben gewesen, aber das ginge dann doch zu weit. Letztlich habe ich mich doch gegen die übliche Benennung hier im Blog entschieden und wir gaben die Schultüte am Vortag der Einschulung im Klassenraum ab mit der Gewissheit, dass es keine Schwierigkeiten bei der Zuordnung geben würde. Hier sei allerdings allen gesagt, die diese Bleistift-Schultüte nachbasteln wollen: Es passt verdammt viel rein! Der gerade Teil ist 70 Zentimeter lang, verjüngt sich aber nach unten hin nicht, wie bei einer kegelförmigen Schultüte. Dazu kommt noch die Spitze. Die hatten wir mit Packpapier gefüllt, aber am Ende war die fertige Schultüte wirklich schwerer als wir dachten.

Kraftprobe für Kind 1.0: Stolzer ABC-Schütze mit seiner Bleistift-Schultüte

Und? Würde ich bei Kind 2.0 wieder basteln anstatt zu kaufen? Vielleicht.
Vielleicht würde ich aber auch eher eine Art „Pimp my Candy Cone“ machen. Eine Schultüte kaufen und dann einfach nach Herzenslust verschönern, so dass am Ende jeder denkt: „Uiii, guck mal, noch so eine Bastel-Mutti!“

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