Berlin, Dies und das
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Ick wollt mir nachher uff’n Sofa setzen… IKEA Eröffnung inBerlin-Lichtenberg.

Wenn zwei Frauen mit vier Kindern (davon eins im Bauch und eins in der Bauchtrage) an einem Montag Vormittag zu einer IKEA Eröffnung fahren, dann klingt das fast schon selbstmörderisch. Vor allem klingt es nach Stress, Geschrei und einem Erlebnis, das man wohl kaum wiederholen wird. Zumal man doch weiß, dass jedes IKEA Einrichtungshaus blau-gelb ist und nach immer dem gleichen Prinzip aufgebaut ist. Muss man sich also als Berlinerin nach drei IKEA Einrichtungshäusern unbedingt das vierte am Eröffnungtag antun?
Meine beste Freundin – gerade zu Besuch in Berlin – und ich haben den Versuch gewagt und waren bei der Eröffnung des IKEA Einrichtungshauses in Lichtenberg dabei. Da wir erst gut anderthalb Stunden nach der Eröffnung auf den riesigen blau-gelben Kasten zusteuerten, gab es auch keinen Menschenauflauf am Eingang. Wir entschieden uns für einen kinderfeundlichen Schlenderschritt. Anders sah das wohl eine ältere Dame vor uns. Sie wollte schon im Affenzahn zu IKEA stürmen, als sie ihr Mann am Ärmel hielt: „Nu mach ma langsam! Ick wollt mir nachher uff’n Sofa setzen und nich hier uff’n Arsch.“ Recht hatte er, der Mann, auch wenn die Wege gut geräumt waren. Als wir die „Großen“ im Småland abgaben, staunten wir nicht schlecht, dass sie
tatsächlich die ersten beiden Kinder an diesem Vormittag waren. Ihre Sachen wanderten in Box 1 und 2, Mamas und Kinder bekamen je einen Stempel und ich staunte nicht schlecht, dass mein Sohnemann,
der noch nie im Småland war, sich so einfach abgeben ließ. Da die kleine Dame in meiner Bauchtrage ihr zweites Frühstück einforderte, entschieden wir uns für ein kleines Croissant-Frühstück im Restaurant. Obwohl hier wirklich viele Leute genau die gleiche Idee wie wir hatten, wirkte das Restaurant nicht voll. Auf Berlinerisch: „Dit verlooft sich!“ Wir ergatterten ein Sofa direkt an der großen Glasfront mit Blick auf die Lichtenberger… ähm, nun ja Skyline.

Kaum hatte ich die kleine Dame ausgepackt, kamen wir über ein „Ach, wie süüüüß!“ mit zwei Studentinnen auf dem Sofa direkt hinter uns ins Gespräch. Fanny und Frauke schlürften nach ihrem Frühstück noch ein bisschen ihren Original-IKEA-Sekt und bekamen von der Damenkombo, die im Restaurant aufspielte auch noch ihren
Wunschtitel gespielt. Ihr ahnt es? ja, die Titelmelodie von Pippi Langstrumpf. Die beiden hatten schon die komplette Runde durch die Möbelausstellung hinter sich und an so ziemlich jeder Gewinnaktion teilgenommen – trotzdem wirkten sie, als hätten sie wie wir ihren Besuch gerade erst mit einem Frühstück begonnen. Ihr Lob dürfte vor allem die IKEA Mitarbeiter freuen: „Die sind echt alle so nett und entspannt hier. Das macht richtig Spaß.“ Gestillt habe ich dann doch nicht auf dem Sofa sondern im Wickelraum, weil Töchterchen vor lauter Herumgucken gar nicht mehr ans Trinken dachte und ich ja auch noch den Mama-Kind-Tauglichkeits-Test machen wollte. Und was soll ich sagen? Schön sind sie geworden (wir haben natürlich in beide geguckt). Vor allem die optisch abgetrennte Stillecke mit gemütlichem Sessel. Da könnten sich so manche Einkaufscenter und
Möbelhäuser eine Scheibe abschneiden. Wenn man vielleicht noch zwei, drei Hocker für die begleitenden Männer oder schwangeren besten Freundinnen reinstellen könnte, würden sie eine glatte 1,0 von mir bekommen. Den Rundgang durch Möbelausstellung, Markthalle und den großen Glasanbau absolvierten
wir ziemlich zügig und doch war es schön höchste Zeit fürs Mittagessen, als wir unsere Zwerge wieder in Empfang nahmen. Der Entschluss steht aber fest: Schon sehr bald muss ich nochmal hin und mir alles gaaanz in Ruhe angucken. Als wir uns am Ende unseres Besuches vor den Schließfächern wieder in unsere Winterjacken pellen wollten, traf ich tatsächlich noch Jutta, die Einrichtungshauschefin. Ich habe sie, die das Haus wahrscheinlich besser kennt als jemand sonst, gleich mal nach ihrem Lieblingsplatz befragt. Nach kurzem Überlegen antwortet sie lächelnd: „Das Café im Jahrszeiten-Shop. Das ist wirklich sehr schön geworden und man kann leckere Sachen essen, die man sonst nicht überall bekommt.“ Hmm, das muss ich doch gleich mal probieren – beim nächsten Besuch!

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