Dies und das, Web 2.0
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Spüli galore! Die Pril Social Media Kampagne auf Abwegen.

„Wir müssen da unbedingt mal so ein Online-Gewinnspiel machen. Mit total viel viralem Marketing und Facebook und so.“ So oder ähnlich könnte es im Hause Henkel geheißen haben, bevor die Idee zu Mein Pril – Mein Stil geboren wurde. Doch haben die Macher vielleicht nicht damit gerechnet, ausgerechnet ein kackbraunes Design mit dem Slogan Schmeckt lecker nach Hähnchen mit mehreren tausend Stimmen Platz 1 erstürmen würde. Mit diesem Tweet von @peterbreuer machte der Aufruf zum Voting die Runde, eroberte schnell Facebook und die Bloggersphäre. Ich selbst hab den Link auch fleißig bei Facebook gepostet. Zugegeben, das Ziel in Sachen Awareness dürfte Henkel erreicht haben. Zu Pril kam mir bis heute nur der Werbespruch „Willst du viel, spül mit Pril“ in den Sinn und vor meinem inneren Auge formte sich eine dauergewellte Dame reiferen Alters in Schürze, die ihre Küchenfliesen mit Prilblumen verschönerte.

Jetzt, da Henkel die Aufmerksamkeit sicher hat, dürfen wir gespannt sein, ob und wie sie auf den favorisierten Designvorschlag mit Hähnchengeschmack reagieren werden. Dass diese Flasche am Ende nicht als Gewinner im Regal stehen wird, ist ziemlich sicher, denn für solch einen Fall hat sich der Hersteller gewappnet. So heißt es in den Nutzungsbedingungen:

„Aus den zehn Design-Vorschlägen soll die Jury zwei Gewinner auswählen. Die Jury wird bei der Auswahl der beiden Gewinner-Designs nach eigenem Ermessen verschiedene Kriterien berücksichtigen. Zum Beispiel ist es wichtig, dass die Gewinner-Designs zum Image der Marke Pril und von Henkel passen. Darüber hinaus muss die Jury berücksichtigen, ob die Gewinner-Designs geeignet sind, das Interesse von Verbrauchern zu wecken und insofern zum Erfolg der Marke Pril beitragen können.“

Peter Breuer kommentiert hier auf Facebook sein Werk und die Idee dahinter und gab Tom Wiesseckel von Create or Die
ein Interview dazu. Danach kannte er die Bedingungen und wusste, dass sein Design keine echte Chance auf den Sieg hat, noch handelt es sich um eine Protestaktion gegen Henkel. Allerdings teile ich Peters Meinung, dass es schon ziemlich hochgegriffen ist, davon zu sprechen, dass hier jeder Teilnehmer „sein eigenes Design“ kreieren könne und es dann doch auf eine Art Stempelspiel mit Kolibris und allerlei Blümchengedöns hinausläuft. Da zeigt sich doch, dass es viele Hersteller gibt, die unbedingt mal dick einen auf Web 2.0 machen wollen, aber den Einfluss der Zielgruppe ganz nach ihren Wünschen reglementieren. So verwundert es nicht, dass bis auf wenige Ausnahmen die anderen Designs auf den Prilflaschen ziemlich austauschbar sind.

In den Kommentaren dieses Artikels des t3n Magazins finden sich noch weitere lustige und kreative Einsendungen. Wem also Pril mit Hähnchengeschmack noch nicht kreativ genug ist, kann ja für seinen Favoriten abstimmen.

 

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