Berlin, Friedrichshain, Kind & Kegel
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Sport mit Kinderwagen: Zusammen kommt man sich weniger blöd vor!

Sport mit Kinderwagen - Tag 1

Mal unter uns: Es ist ja nicht so, dass wir Mütter nicht wüssten, wie man nach der Schwangerschaft und der Geburt des Kindes wieder fit wird und – ja, es liegt im Bereich des Möglichen – die alte Figur wieder zurück bekommt. Auch ich habe gleich nach der Geburt von meiner Hebamme tolle Tipps und ein doppelseitiges Infoblatt mit Übungen bekommen, die ich möglichst regelmäßig absolvieren sollte. Nun ja, ich habe ihn immer noch, den Zettel. Aber die wenigsten Übungen darauf habe ich wirklich gemacht. Möglichst regelmäßig bin ich auch zur Rückbildungsgymnastik gegangen. Rückblickend habe ich aber die meiste Zeit mit Stillen, Windeln wechseln und Kind beruhigen zugebracht. Mehrmals spielte ich schon mit dem Gedanken, mich im Fitnessstudio anzumelden und meine kleine Dame dort in die Kinderbetreuung zu geben. Aber die Erfahrungen, die ich mit Sohnemann seinerzeit dort gemacht hatte, waren nicht sehr rosig. Die Betreuerinnen wirkten mit den vielen Kindern unterschiedlichen Alters meist überfordert und es dauerte selten länger als 30 Minuten, bevor ich ausgerufen wurde, weil mein Kind weinte.

Da fiel mir die Mail ein, die ich von einer Freundin im Januar bekommen hatte. Da stand kurz: “ […] gestern habe ich LaufMamaLauf – ein Fitnessprogramm für junge Muttis ausprobiert. Es wird draußen mit Kinderwagen geturnt. Den Kurs kann ich wirklich empfehlen. Momentan gibt es die Kurse im Friedrichshain und im Volkspark Wilmersdorf. Ab März sind weitere Standorte im Programm. Schaut einfach unter www.laufmamalauf.de Viele Grüße, K.“

Fitness im Freien mit Kinderwagen stellte ich mir auf einer zehnstufigen Skala der Albernheit ungefähr bei 11,5 vor. Da rennt ein Haufen Mütter im Affenzahn quer durch einen Park und wenn sie dann doch einmal anhalten, machen sie komische Verrenkungen an den Lenkstangen ihrer Kinderwagen. Das Ganze auch noch unter den Augen unbedarfter Spaziergänger, die wahrscheinlich zwischen Befremden und Belustigung schwanken. Aber was soll’s? Immerhin ist eine Probestunde kostenlos. Es gibt weitaus komischere Sachen, die Mütter mit ihren Babys so machen und die nicht mal etwas zum mütterlichen Wohlbefinden beitragen – sehr wohl aber zur Leerung der Brieftasche. Eine kurze Mail und einen Telefonanruf später hatte ich mich zum Probetraining angemeldet.
Und so fand ich mich denn heute zuerst auf allen Vieren vor dem Kleiderschrank wieder, um meine Laufschuhe zu suchen, die ich letztlich etwas angestaubt ganz hinten fand und wenig später im Sportoutfit am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Katja, die Trainerin und eine der Gründerinnen von LaufMamaLauf, begrüßte mich und wir klärten kurz das Organisatorische. Schon setzte sich unsere Truppe bestehend aus Trainerin, fünf Müttern mit Kinderwagen und einer Schwangeren in Bewegung.

Schon nach den ersten Metern merkte ich, das hier wird kein Spaziergang. Das hier ist richtiger Sport. Ausgerechnet auf der Plattform am Spanienkämpfer-Denkmal hielten wir zum Aufwärmen. Eine bessere Bühne hätten wir wohl kaum finden können. Freier Blick von der Friedenstraße auf hampelnde Muttis mit Kinderwagen. Doch schon nach den ersten Übungen war ich so darauf konzentriert, alles gut mitzumachen, dass ich nicht mehr daran dachte, was wir wohl gerade für ein Bild abgeben. Töchterchen fand meine Bewegungen sehr spannend. Sie lag im Wagen, kaute genüsslich an ihrer Schnullerkette und genoss das schöne Wetter. Dann ging es mit schnellem Schritt weiter zur nächsten Station. Es folgten Übungen für Beine, Hüfte und Po, später Treppentraining am Kleinen Bunkerberg und Übungen für den Oberkörper. Und dazwischen natürlich immer wieder Kinderwagen schieben in einem Tempo, dass ich sonst nur an den Tag lege, wenn ich auf dem Weg zur Kita extrem spät dran bin. Die Stunde war wirklich schnell vorbei.

Sport mit Kinderwagen - Tag 1

Und soll ich ehrlich sein? Ich fühlte mich sauwohl – na gut, ich würde morgen reichlich Muskelkater haben – aber für den Moment sauwohl! Als während der Stretching-Übungen eine Vierergruppe Mütter mit Kinderwagen an uns vorüber fuhr, dachte ich nur: „Tja, eigentlich sind wir ja gar nicht so verschieden. Wir schieben auch unsere Kinderwagen kreuz und quer durch den Park. Nur eben schneller und in Sportklamotten.“ Allein hätte ich das nicht gemacht, aber so in der Gruppe könnte das durchaus Suchtpotential haben. Zumindest hat es aber bei mir dazu gereicht, dass ich mir den Spaß auch kostenpflichtig nächste Woche gleich noch einmal gönnen werde. Ich werde berichten!

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