Reisen mit Kindern
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Jordanien: Die Felsenstadt Petra mit Kindern erleben

Petra ist ein Kletterparadies für Kinder. Hier eine Felsenbrücke mitten der Felsenstadt Petra. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Lohnt es sich, in Jordanien Petra mit Kindern zu erleben? Was sind die besten Tipps? Und was sollte man vermeiden? Ich wurde nach meinen persönlichen Erfahrungen gefragt und kann mit etwas Abstand sagen, dass man die Felsenstadt Petra auf einer Jordanienreise mit Kindern ab dem Grundschulalter wirklich gut machen kann. Aber es gibt auch ein paar Dinge, die man beachten sollte.

Im Siq von Petra. Dieses Weltkulturerbe lässt einen immer wieder staunen. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Ein Tipp schon vor dem Besuch der Felsenstadt Petra: Bucht mindestens eine Nacht direkt in Petra und startet früh

Wir sind schon am Abend vor dem Besuch in der berühmten Felsenstadt Petra angereist und ich kann allen, die Petra mit Kindern besuchen wollen, das wirklich ans Herz legen. Es gibt Hotels in allen Preisklassen, von denen man bequem zu Fuß zum Petra Visitor Center laufen kann. Die Felsenstadt ist so groß und es gibt so viel zu entdecken. Es wäre schade, die wertvolle Tageszeit zu vertrödeln, weil man erst am Tag des Besuches anreist.

Reist schon einen Tag eher an und geht lieber noch in die Petra Kitchen, wo ihr unter Anleitung leckere landestypische Gerichte kochen und anschließend essen könnt. Oder ihr gönnt euch ein wirklich schönes Hotel wie eines der beiden Mövenpick Hotels in Petra und schwimmt noch ein bisschen im Pool. Wir waren im Petra Guest House Hotel in einem etwas älteren, einfachen Zimmer. Aber näher kann man nicht am Eingang zur Felsenstadt wohnen.

Petra und der Moment, in dem am Ende des Siq das berühmte Schatzhaus auftaucht. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Spartipps: Das Zwei-Tages-Ticket und freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahre

Wenn ihr ohnehin schon in Petra übernachtet, und Jordanien nicht im Schnelldurchlauf erleben wollt, lohnt sich sogar ein Zwei-Tages-Ticket für die berühmte Felsenstadt. Das Tagesticket ist mit 50 JD (Jordanischen Dinar) ziemlich teuer. Das gebe ich zu. Aber für nur 5 JD mehr bekommt man schon das Zwei-Tages-Ticket.

Damit könnt ihr viel entspannter durch die Schluchten wandern und die Kinder auch mal links und rechts klettern lassen, ohne hetzen zu müssen. Vielleicht geht ihr am ersten Tag nur bis zum Schatzhaus und dann noch auf den Felsen hinauf zu den bunten Höhlen und meistert dann am zweiten Tag den Aufstieg zum Ad Deir Kloster.

Kinder unter 12 Jahre sind übrigens immer komplett kostenfrei, egal welches Ticket ihr kauft.

Kamele vor dem Schatzhaus in Petra. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Warum es sich lohnt, einen Führer dabei zu haben

Wir hatten für die ganze Zeit in Jordanien einen sehr erfahrenen Führer an unserer Seite, was wirklich großartig war. Mit einer Karte findet man zwar das berühmte Schatzhaus und auch die anderen Hauptattraktionen, aber so manche versteckte Besonderheit oder die Wege zu den schönsten Aussichtspunkten bleiben einem vielleicht verborgen.

Jordanien: Felsenstadt Petra mit Kindern - Ein wahres Kletterparadies!Für uns war die Kletterpartie abseits des Hauptweges eines der Highlights in Petra. Allein die Höhle mit den bunten Gesteinsschichten war einfach nur… Ach, schaut einfach meinen Gesichtsausdruck an!

Bunter Sandstein in Petra weckt in so mancher Felsenhöhle das Kind in den Erwachsenen. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Auch den Blick über die Felskante hinunter auf das Römische Theater werden wir so schnell nicht vergessen.

In Petra lohnt es sich, die breiten Wege zu verlassen. Hier ein Blick auf das antike Theater. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Direkt im Petra Visitor Center kostet ein Guide, der euch auch weiter als nur bis nur zum Schatzhaus bringt, stolze 100 JD, also umgerechnet etwas über 120 Euro. Dagegen werden vermeintlich günstige Pakete mit Eintritt und Führer immer pro Person gerechnet. Da kommt als Familie auch schnell eine stolze Summer zusammen. Vergleichen lohnt sich also.

Nicht zuviel Gepäck mitnehmen, aber ausreichend Wasser für die trockene Felsenstadt

Ein guter Rucksack mit ausreichend Wasser und Sonnenschutz für den Kopf versteht sich von selbst, wenn man Petra besuchen will, Im engen Siq kann man noch gut im Schatten laufen, aber nach dem Schatzhaus gibt es kaum noch Schatten auf dem Weg.

Jordanien: Petra mit Kindern erleben. Nehmt Sonnenschutz und genügend Wasser mit.

Natürlich kann man überall an den Ständen Wasser und Softgetränke kaufen, die werden aber ausschließlich in Einweg-Plastikflaschen angeboten. Wir hatten ausreichend Wasser dabei, aber ansonsten nur etwas Obst. Jedes Kilogramm, das man nicht auf dem Rücken tragen muss, macht den Weg einfacher. Vom Eingang bis zum Ad Deir Kloster sind es immerhin 5,5 Kilometer  und ihr wollt ja auch noch zurück.

Felsenstadt Petra und der lange Abstieg vom Ad Deir Kloster. Jordanien: Highlights und Impressionen von einer Rundreise mit Schulkind. Mehr dazu auf www.berlinfreckles.de

Wir haben eine ausgiebige Mittagspause im Basin Restaurant gemacht. Während ich es innen nicht so gemütlich fand, saßen wir draußen um so besser. Vom Büffet holte sich einfach jeder, was ihm schmeckte. Danach nahmen wir den Aufstieg zum Ad Deir Kloster mit seinen 850 Stufen in Angriff.

Jordanien: Petra mit Kindern erleben. Mittagspause im Basin Restaurant

Jordanien: Petra mit Kindern erleben. Mittagspause im Basin Restaurant

Eigeninitiative statt Esel: Warum sich der Aufstieg zum Kloster auch mit Kindern lohnt.

Ich kann nur jedem empfehlen, am Anfang wirklich dem Petra Visitor Center einen kurzen Besuch abzustatten. Dort stehen für jeden verständlich ein paar gute Hinweise zu den Händlern und Tierführern, auf die man an jeder Ecke trifft. Bekannt sind aus Petra vor allem Fotos mit tollem Licht und eher wenig Menschen drauf. Tatsächlich ist die Felsenstadt aber ein durch und durch touristischer Ort.

Jordanien: Petra mit Kindern erleben.

Jordanien: Petra mit Kindern erleben.

Jordanien: Petra mit Kindern erleben.

An jeder Ecke gibt es Souvenirs, Snacks, Getränke und die verlockende Möglichkeit, den Weg gegen Geld auf einem Esel zurückzulegen. Wir hatten allerdings nicht den Eindruck, dass es den Tieren dort gut geht. Oft sitzt das Geschirr zu eng und die Tiere werden mit der Gerte oder einem Stock angetrieben. Darüber sollte man auch mit seinen Kindern sprechen.

Petra mit Kindern erleben. Bitte nicht reiten, sondern zu Fuß gehen.

Petra mit Kindern: Bitte nicht auf den Eseln reiten

Als Familie werdet ihr aber so stolz sein, wenn ihr den Weg wirklich allein zu Fuß geschafft habt. Ihr müsst kein T-Shirt zum Beweis kaufen. Gönnt euch lieber einen frischen Tee mit direktem Blick auf das majestätische Kloster.

Petra: Die Felsenstadt mit Kindern und eine Teepause direkt am Ad Deir Kloster

Belohnung für den Aufstieg: Das Ad Deir Koster auf über 1.000 Metern über dem Meeresspiegel

Lohnt sich „Petra by Night“ mit Kindern?

Bei „Petra by Night“ handelt es sich um ein spezielles Abendprogramm, das jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag um 20:30 Uhr angeboten wird und das noch einmal 17 JD für alle Besucher über 10 Jahren kostet.

Der Weg vom Eingang durch den Siq bis zum Schatzhaus ist mit Fackeln beleuchtet. Vor dem Schatzhaus lässt man sich auf Matten nieder und genießt die vielen Kerzenlichter, die Musik und den Anblick der Fassade in buntem Licht. Soweit die Theorie.

Petra by Night - Lohnt sich das mit Kindern?

In der Praxis trifft man leider auf viele Touristen, die einem auf dem Weg direkt mit der Taschenlampen-Funktion ihres Smartphones ungeniert in die Augen leuchten und es vor dem Schatzhaus einfach nicht hinbekommen, beim Fotografieren den Blitz auszustellen. Das trübt ein bisschen die schöne Stimmung. Andererseits mag man sich so eine Gelegenheit auch nicht entgehen lassen, wenn man schon mal eines der Weltwunder besucht.  Die Entscheidung kann ich letztlich keinem abnehmen.

 

5 Kommentare

  1. Martina sagt

    Liebe Sophie,
    vielen Dank für den sehr guten und informativen Artikel. Wir (zu zweit und ohne Kinder) wollten schon immer nach Jordanien und natürlich Petra. Und ich finde Deine Tipps auch super für Nur-Erwachsene.
    Das erspart einem manche Enttäuschung und man kann schon gleich realistisch einschätzen, ob man das Programm und den Weg auch packt (auch nicht unwichtig, wenn man keine 35 mehr ist ;-)).
    Liebe Grüße nach Berlin
    Martina

    • Liebe Martina,

      vielen Dank. Das freut mich sehr.
      Ich habe beim Schreiben gemerkt, dass ich über das Wüstencamp im Wadi Rum eigentlich auch noch einen langen Artikel schreiben könnte.
      Und eigentlich auch Amman, wo ich gern länger geblieben wäre… und Aqaba, das mich beeindruckt hat, weil es so gegensätzlich war… und, und, und…
      Ich würde glatt noch einmal nach Jordanien fliegen. Diesmal mit der ganzen Familie.

  2. Liebe Sophie,
    Das sind ja tolle Tipps! Euer Vorabendprogramm werde ich glaube ich gleich mal für uns buchen. Das klingt ja klasse. Die Entfernungen und Höhenunterschiede hätte ich total unterschätzt. Jetzt habe ich sehr viel eher eine Vorstellung von der Dimension des Ganzen – und freue mich umso mehr, dass wir zwei volle Tage Zeit und einen Guide für Petra haben. Die bunte Höhle ist der Hammer!
    Liebe Grüße
    Gela

  3. Wir sind gerade aus Jordanien zurück gekommen und ich kann nur bestätigen, dass es auch mit Kind Spaß macht, Petra zu erkunden. Unsere Tochter ist knapp 12. Ich hatte mich übrigens u.a. von deinen früheren Blogbeiträgen zur Reise inspirieren lassen :-)

    Der wichtigste Tipp ist wirklich zeitig ankommen. Wir waren kurz nach 7 am Eingang und gg 3 wieder im Hotel. Ursprünglich dachte ich, wir müssten vor den Massen da sein. Ich hatte ja keine Ahnung, wie groß Petra ist und das „Massen“ nicht das Problem sein würden, sondern eher die Hitze. Der Weg zum Kloster lag vormittags noch teilweise im Schatten – nachmittags war es brütend heiß.

    Noch besser als den Trail zum Kloster fanden wir den Al Kubtha Trail, der vorbei an den Gräbern zum Aussichtspunkt mit Blick auf das Schatzhaus führt. Dort waren kaum Leute unterwegs und die Aussichten unterwegs waren noch besser.

    Bzgl Spartipp: Noch größer ist der Spareffekt, wenn man den Jordan Pass kauft. Haben wir von D aus gemacht und sind super damit gefahren.

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