Reisen mit Kindern
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Tierpark Planckendael: Jeder Weg ein Abenteuer

Tierpark Planckendael

Wenn mich jemand fragen würde, was mich auf unserer Reise durch Belgien am meisten überrascht hat, dann muss ich nicht lange überlegen. Es war der Besuch im Tierpark Planckendael in Flandern, ganz in der Nähe von Mechelen.

Während unser erster Tag in Mechelen uns bestes Wetter bescherte, änderte sich das über Nacht schlagartig. Der Himmel grau, die Temperaturen zu kalt für einen Tag im August und am Horizont Regenwolken. Wir hatten den Tierpark Planckendael als besonders lohnenswertes Ziel für Familien mit Kindern empfohlen bekommen und beschlossen, trotz der trüben Wetteraussichten einen Besuch direkt nach dem Frühstück.

Mechelen liegt in Flandern auf der halben Strecke zwischen Brüssel und Antwerpen. Ein Besuch dieser hübschen Stadt mit dem markanten St. Romboutsturm lohnt sich auch über einen Tagesausflug hinaus. Hier geht’s zu meinen Tipps, wie man Mechelen mit Kindern entdeckt

Am Eingang jedoch ein kleiner Schock. Über 80 Euro für einen Besuch im Zoo? Wir hatten vorher die Preise nicht recherchiert und standen etwas ratlos vor der Kasse. Doch nun waren wir schon einmal hier, Kind 1.0 und 2.0 hüpften vor Ungeduld auf und ab und wir wollten als Eltern keine Spielverderber sein. Direkt nach dem Ticketkauf postete ich das Foto vom Kassenbon auf Instagram und machte meinem Ärger über die Preise Luft.

Am Ende des Tages – wir waren wirklich den ganzen Tag trotz einsetzendem Nieselregen hier geblieben – bereute ich mein öffentliches Gemecker. Und ich will euch erzählen, wieso sich jeder einzelne Euro für einen Tag in Planckendael lohnt.

Am Anfang steht die Entscheidung, welchen Kontinent man inklusive seiner Tierwelt durchstreifen will. Wir nahmen am Eingang zwar eine Karte mit, aber die Richtung gaben Kind 1.0 und 2.0 vor. „Da geht’s zu den Elefanten!“ oder „Guck mal, da ist schon der nächste Spielplatz!“ oder aber „Der Weg da sieht noch spannender aus als der von eben!“.

Spannende Wege? Ja, richtig. Meine kleinen Stadtkinder, meine kleinen Wandermuffel fanden die Wege besonders toll und liefen wie die Weltmeister. Die nächste Ecke konnte gar nicht schnell genug kommen. Ich fand die Anlagen für die Tiere schön angelegt und weitläufig. Doch kein Kind – egal ob vier oder sieben Jahre alt – interessiert sich für schöne Anlagen. Im Zoo interessieren die Tiere, die Spielplätze und die Stände, an denen es Eis gibt.

Im Tierpark Planckendael ist die Sache mit den Wegen anders. Hier ist jeder Weg ein Abenteuer, denn zur normalen, kinderwagentauglichen Route gibt es immer einen alternativen Weg, um zum nächsten Gehege zu gelangen. Steine zum Hüpfen, Balancierstrecken, Hängebrücken, Boote, Flöße, Baumwipfelpfade… Alles, was Spaß macht, wenn man keine Lust auf langweiliges Gehen hat.

Wir haben hier in Berlin einen Tierpark und einen Zoo, aber in keinem hätten wir es wohl bei Nieselregen so lange ausgehalten wie hier – draußen wohlgemerkt.

Mein Routen-Tipp:

Nach dem Eingangsbereich rechts nach Asien abbiegen. Dann im entgegengesetzten Uhrzeigersinn weiter durch Ozeanien, Amerika, Afrika und Europa. Das Restaurant De Ooievaar (der Storch) mit dem schönen Kaminzimmer ist mein Favorit. Dass es direkt neben einem großartigen Spielplatz liegt, dürfte besonders den Nachwuchs freuen.
Einen Plan vom Tierpark Planckendael gibt es hier zum Downloaden.

Bei der Durchsicht unserer Fotos mussten mein Mann und ich feststellen, dass wir kaum Tiere fotografiert haben, so schön fanden wir die Begeisterung der Kinder. Es sei aber zur Beruhigung, gesagt, dass das Tiere gucken in Planckendael nicht zu kurz kommt. Doch statt der Bezeichnung Tierpark würde ich Planckendael eher als Vergnügungspark mit Tieren bezeichnen, denn vergnügt hatten wir uns hier mehr als genug.

Hier in Berlin waren wir seit den Sommerferien auch wieder im Zoo. Seit der Geburt von Kind 3.0 nutzen wir die BabyCard XL. Doch seit wir Planckendael besucht haben, müssen wir uns als Eltern beim Zoobesuch Fragen der Kinder gefallen lassen wie: „Geht der Weg da zu den Robben? Nur der eine Weg da? Kein anderer?“

Vielleicht sollte Berlins neuer Zoo- und Tierparkdirektor mal nach Flandern fahren und sich inspirieren lassen, wie man in Sachen Erlebnis ganz andere Wege beschreiten kann.

 

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