Berlin, Dies und das
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Neujahrsvorhaben und andere Merkwürdigkeiten

Was hat es nur mit dem Jahreswechsel auf sich, dass viele Menschen für das neue Jahr immer wieder ganze Listen voller guter Vorsätze verfassen? Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe nicht einen guten Vorsatz für das neue Jahr gefasst. Müssen wir uns wirklich plötzlich in wilden Aktionismus stürzen, nur weil wir den Kalender wechseln? Das waren so meine Gedanken, als ich heute Nachmittag mal „eine Runde um den Block“ streifte – einfach mal frische Luft schnappen eben. Warum sucht man sich solche Vorhaben ausgerechnet den Neujahrstag aus, der sich doch vor allem mit den kläglichen Überbleibseln des vergangenen Jahres präsentiert. Schneereste, in denen man vergeblich das Weiß sucht. Überall der Müll der Silvesterknaller und –raketen. Es war zwar nicht mehr so kalt wie in den letzten Tagen, dafür regnerisch und unangenehm windig.

Meine Gedanken durchschritt eine schreiend pinkfarbene Jogginghose. Sie gehörte zu einer jungen Frau, deren Erscheinungsbild ich wohl am passendsten mit der Friedrichshainer Lokalausgabe einer Daniela Katzenberger beschreiben kann. Mit verkniffener Miene joggte sie die Frankfurter Allee entlang, eine der wohl ungeeignetsten Strecken für solch ein Training. Jeder Laufprofi hätte bei ihren X-beinigen Schritten die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Für ihren persönlichen Neujahrslauf hatte sie sich mächtig in Schale geschmissen, Make-Up und blondierte Haare trotzten schrill dem Schmuddelwetter und das Outfit war perfekt auf den Lippenstift abgestimmt. Genau, pink! Wann, um Himmels Willen, hatte sie sich in den Kopf gesetzt mit dem Laufen anzufangen? War das das Resultat des Punktes „Muss mehr Sport machen“ auf ihrer Liste der guten Vorsätze? Und wie lange würde sie das mit dem Jogging noch durchhalten? Vielleicht liege ich ja auch total falsch und sie joggt schon immer samstags die Hauptverkehrsstraßen dieses Bezirkes entlang, bislang nur von mir unbemerkt. Dann Hut ab vor der Ausdauer und dem Mut, diese Jogginghose in aller Öffentlichkeit spazieren zu tragen.

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