Reisen mit Kindern, Zwiegespräche
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Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn…

Mit seinem dreijährigem Sohn und seiner sechsmonatigen Tochter mal eben eine Autofahrt an die Ostsee zu machen, stellt für Berliner eigentlich keine große Hürde dar, wird doch die Ostsee auch liebevoll „Badewanne der Berliner“ genannt. In gut zwei Stunden kann man die Ostsee mal eben über die Autobahn erreichen, vorausgesetzt, man sucht sich ein Urlaubsziel in der Nähe von Rostock. Doch uns verschlug es in der vergangenen Woche sehr viel weiter weg, ins Ostseebad Damp. Wie wir auf die verrückte Idee kamen, uns für 400 Kilometer ins Auto zu setzen? Da sollte man lieber mal die anderen Hoteliers diverser Hotels an der Ostsee fragen, die erst mit den Augen rollen, wenn zwei Mütter in Elternzeit mal mit ihren Kindern verreisen wollen und dann ordentlich die Preisschraube nach oben drehen. So lange eine Familie in der klassischen Mutter-Vater-Kind-Konstellation daherkommt, kann man in der Vorsaison wirklich schön und bezahlbar Urlaub machen. Mit zwei Erwachsenen, zwei Kleinkindern und zwei Babys solch ein Angebot zu ergattern – vorausgesetzt, man will sich nicht zu sechst in ein Doppelzimmer quetschen – gleicht der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Kurzum, Sohnemann und ich fanden auf schier endlosen Autobahnkilometern genug Gelegenheiten für unsere heiß geliebten Zwiegespräche. Als wir gerade über Wolkenformen philosophierten und Sohnemann darauf bestand, dass das Häschen, das ich in der einen Wolke erkannte, ganz sicher eigentlich ein Krokodil sei, knallte es plötzlich mächtig auf der Windschutzscheibe. Ein Stein! Zum Glück blieb die Scheibe heil, aber der Schreck saß schon tief. Und wegen einer Reparatur der Windschutzscheibe hätte ich nicht noch extra Kilometer an unsere weite Fahrt dranhängen wollen.

„Puh!“, sagte ich erleichtert. „Mitten auf die Windschutzscheibe. Das hätte schief gehen können.“

„Hääääääää? Mama, was ist schief?“ kam es vom Sitz rechts neben mir.

„Die Windschutzscheibe. Gut, dass die heil geblieben ist.“

„Hääääääää?“ kam es prompt wieder von nebenan.

„Na die Windschutzscheibe. Das Fenster hier vorne. Ich bin froh, dass die nicht kaputt gegangen ist.“, erklärte ich noch einmal.

Sohnemanns Nase zog sich kraus. „Das ist ja ein komisches Wort. Wieso heißt die Windscheibe?“

„Die heißt Wind-schutz-scheibe, weil sie uns vor dem Wind schützt.“, versuchte ich eine knappe Erklärung.

Seine Hand ging in die Höhe und schwenkte in alle Richtungen. „Und wie heißen die anderen Fenster hier alle? Haben die auch so komische Namen?“

„Seitenscheiben, Heckscheibe…“

„Nee, Mama, da musst du doch sagen Wind-schutz-seiten-scheiben. Die lassen doch auch keinen Wind rein!“

Tja, liebe Autobauer. Was sagt ihr denn dazu?

 

Dieser Beitrag ist Teil meines Familienreiseblogs. Für meine Reisen arbeite ich auch mit touristischen Partnern zusammen. Hier erfährst du mehr über mich als Reisebloggerin und meine Reiseartikel.  

1 Kommentare

  1. Das Problem mit der „zu großen Familie“ kennen wir auch nur zu gut. Meistens bleibt dann nur die Ferienwohnung und da gibt es ja inzwischen wirklich sehr viele und schöne. Aber Urlaub im Hotel oder in der Pension gestaltet sich schwierig.

    Die Zwiegespräche gerade auf längeren Autofahrten sind immer wieder amüsant und machen die weite Anreise erträglich. Zur Namensgebung von Scheiben kann ich allerdings nicht viel beitragen.

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