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Schneller Flohmarkt vom Sofa aus. Bringt das etwas?

Wohin mit der alten Kleidung? Vom Sofa aus verkaufen?

Platz ist in der kleinsten Hütte, heißt es doch immer so schön, oder? Nun ja, dann ist mein Kleiderschrank noch kleiner als die kleinste Hütte. In ihm war nämlich kein Platz mehr. Als im Mai endlich das Wetter von kühl und grau direkt in den Sommermodus wechselte und ich außerdem fand, dass ich von Umstandshosen wieder auf normale Hosen wechseln kann, war hier das große Aus- und Umräumen ausgebrochen. Meine Schwangerschaftsklamotten kamen auf einen Stapel und wurden wenig später von einer Freundin unter die Lupe genommen, die im Herbst ihr Baby bekommen wird. Ein Karton mit meinen Sachen wird auf den Dachboden verbannt. Es sind vor allem Oberteile,  für die ich wegen der Stillerei derzeit einfach „zuviel Holz vor der Hütten“ habe oder die sich als wirklich unpraktisch fürs Stillen herausgestellt haben. Loswerden will ich diese Sachen aber nicht, denn wenn die Zeit der üppigeren Oberweite vorbei ist, kann ich diesen Sachen wieder einen Platz im Kleiderschrank zuweisen. Hinein gekommen in meinen Kleiderschrank ist dafür jede Menge Zielkleidung, die darauf wartet, bald wieder getragen zu werden. Darunter sind sogar einige ungetragene Sachen mit Etikett, die ich bestellt hatte, als der Babybauch schon viel zu groß dafür war.

Wohin mit der alten Kleidung? Vom Sofa aus verkaufen?

Schwierig wird es mit diesem Haufen hier, von dem es sogar noch einen zweiten Stapel gibt. Dazu kommen noch ein paar Schuhe. Es sind Sachen, die ich gern verkaufen möchte, die aber nicht in die Kategorie High Class Vintage fallen. Ich möchte schon noch den einen oder anderen Euro dafür haben, aber der Flohmarkt kommt derzeit nicht in Frage. Woher die Zeit nehmen? Wohin mit den großen Kindern? Was mache ich mit der Kleinen? Nee, nee. Flohmarkt am Wochenende darf schon sein, aber lieber als Besucherin. Ich glaube, dass zeitlicher und logistischer Aufwand derzeit in keinem Verhältnis stehen. Wegwerfen kommt natürlich auch nicht in Frage. Ein paar Taler wären ja schon schön und noch tragbare Kleidung sollte man sowieso nicht einfach wegwerfen. Die Wasserbilanz von neu produzierter Baumwollkleidung ist ohnehin schon traurig genug. Wer mag, kann das hier beim Statistischen Bundesamt genauer nachlesen.

Online-Portale wie Kleiderkreisel, ebay und Co. scheiden auch aus, denn dafür müsste ich zumindest ein Foto machen, das Produkt beschreiben, einstellen und dann auch noch die ganze Abwicklung im Blick behalten. Der Tipp, dem ich jetzt mit meinen Sachen mal nachgehen werde, ist Kleiderfuchs.de, ein professioneller Händler für den Ankauf von gebrauchter Kleidung. Die Idee ist denkbar einfach: Ich gebe an, was ich alles einschicken werde und erhalte je nach Art des Kleidungsstückes Punkte, sogenannte Credits. Am meisten Credits gibt es erwartungsgemäß für Festkleider, Markenjeans, Lederjacken und ähnliche Teile. Ab einem Gegenwert von mindestens 100 Credits kann alles im Karton versandkostenfrei eingeschickt werden. (Wer nicht schleppen mag, kann das Paket für 1,20 Euro abholen lassen – muss dafür natürlich möglichst ganztägig zu Hause sein.) Bei der Bezeichnung Credits musste ich aber direkt nachschauen, ob man das Geld wirklich auf das Konto überwiesen bekommt. Denn wie gesagt, will ich meine Sachen loswerden, damit Platz im Kleiderschrank ist und nicht am Ende noch Sachen kaufen müssen, weil eine Auszahlung nicht möglich ist. Kleiderfuchs verspricht, dass das Geld innerhalb von 7 Werktagen nach Begutachtung des Paketinhaltes überwiesen wird.

Bleibt die Frage für das Gewissen: Was passiert mit der Kleidung? Wandert die auch in Container und wird irgendwo nach Afrika oder Asien verschifft? Es gab ja zahlreiche Berichte in der Presse dazu. Beim Kleiderfuchs heißt es dazu: „Die von uns erworbene Bekleidung wird streng unter ökologisch und sozialen Gesichtspunkten auf europäischen Märkten gehandelt.“ Oder sollte ich am Ende einfach für den guten Zweck spenden, in der Nähe eine soziale Einrichtung finden und alles dort in der Kleiderkammer abgeben? Karmapunkte statt Geld. Das geht ja inzwischen auch per kostenlosem Versand, wenn man keine Annahmestelle in der Nähe hat, wie z.B. Isa auf Hauptstadtmutti.de berichtete.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, ob der schnelle Flohmarkt vom Sofa aus etwas gebracht hat. Inzwischen könnt ihr mir ja verraten, was ihr mit eurer gebrauchten Kleidung macht. Verkauft ihr eher online oder lieber nicht übers Internet? Oder lasst ihr das mit dem Verkaufen gleich sein und spendet eure Kleidung? Wenn ja, wem?

 

13 Kommentare

  1. Das Thema verfolgt mich auch seit Monaten. Weg, aber wohin. Ich habe auch viel telefoniert um die sachen abholen zu lassen, aber oft sind die Einrichtungen nicht willig oder in der Lage. Nur ich habe kein Auto. Und dann stört manchmal auch die Anspruchshaltung. Werde Deine Tipps probieren. Danke.

  2. Das kenne ich gut. Ich bin davon weg, meine alten Klamotten zu verkaufen. Ich hab das immer mal wieder auf Flohmärkten versucht, auch mit der Kleidung der beiden kleinen-Männer, und mich immer ärgern müssen. Ich find, wenn frau für ne wirklich noch tolle Jeans einen Euro haben mag, dann ist da kein Handeln mehr drinn. Und wenn frau dann gesagt bekommt, dass 20 oder 50 Cent ja auch Geld seien, dann ist eben Schluss mit ärgern und die Sachen werden verschenkt.
    Entweder innerhalb der Familie, dem Freundeskreis oder in nem Frauenhaus (in dem Mütter mit ihren Kindern wohnen) oder nem Sozialkaufhaus.
    Dass ich die Sachen dort hinbringen muss, find ich eher weniger störend, aber in Berlin gibt es da quasi in jedem Bezirk eine Annahmestelle und ich bin eh immer mal wieder mit dem Auto unterwegs und verbinde das dann.
    LG
    Sabrina

    • Dieses Feilschen ist auch nix für mich. Ich habe zwei Flohmarkt-Tage mit Kindersachen hinter mir und fand das Handeln um 50 Cent etc. sehr anstrengend. Am Ende habe ich wirklich die Kisten, die übrig waren einem Laden gespendet, in dem Rentnerinnen ehrenamtlich die Kindersachen weiterverkaufen und die Einnahmen krebskranken Kindern zu Gute kommen. Zum festen Preis verkaufen oder gleich verschenken scheinen mir auf jeden Fall entspannter.

  3. Rosajulie sagt

    Hallo Sophie!
    Ich habe das Glück, dass meine Mutter beruflich bedingt immer junge Abnehmerinnen für meine Sachen kennt, die sie über jedes Teil freuen. Gerade am Wochenende habe ich im Kleiderschrank Kahlschlag gemacht und zwei IKEA-Tüten gefüllt. Angesichts dessen, dass mein Sohn nun bald zwei wird und ich mich in den Vorschwangerschaftssachen immer noch nicht wohl fühle, war Abschiednehmen angesagt. Es ist aber wohl so, dass mein Kleidungsstil immer erwachsener wird und vielleicht nicht mehr ganz dem Geschmack einer Dreizehnjährigen entspricht. :)

    • Ja, da ist was dran. Es ist nach einer Schwangerschaft ja nicht allein der Grund, dass so manches Teil nicht mehr passt. Man ändert ja auch seine Vorlieben und mag manche Sachen einfach nicht mehr tragen.

  4. Hallo Sophie!
    Dein geschildertes Problem kennt glaube ich jeder!
    Wir sollten beim nächsten Ausmisten einen Swapping-Brunch organisieren.
    Bei so einem Brunch treffen sich ein paar Frauen, bringen ihre Klamotten mit und
    es wird getauscht.
    Der Vorteil ist, dass man sehr schöne neue Kleidung für null Euro bekommt
    und dass es sehr viel Spass macht. Man lernt außerdem nette Frauen kennen.
    Der Nachteil, aber der ist zu vernachlässigen:
    Man bringt neue Kleidung mit nach Hause.
    Wir sind nun mal Sammlerin, das ist nicht zu leugnen!

  5. Kim sagt

    Hallo Sophie!

    Ich habe gerade deinen Eintrag über den Kleiderfuchs gesehen. Kannst du uns denn nun von deinen Erfahrungen berichten?
    Es würde mich wirklich brennend interessieren, denn in meinem Keller warten auch noch dutzende gute Stücke darauf, einen neuen Besitzer zu finden.

    LG Kim

    • Liebe Kim,

      danke für die Erinnerung. Hier also meine Erfahrungen, die nicht ganz so ausgefallen sind, wie ich das erwartet habe. Ich saß fleißig vor meinem Stapel und habe alles, was ich hatte, in dieses Credit-Formular eingetippt. Am Anfang war ich ganz euphorisch, aber ich habe die Punkte nicht zusammen bekommen! Dabei fand ich meinen Haufen immer noch ziemlich groß. Ich hatte einen Moment lang überlegt, ob ich einfach noch weiter sammeln soll, aber das war ja nicht Sinn der Sache. Ich brauchte Platz und habe dann einfach aufgeteilt. Alte Schwangerschaftsklamotten habe ich einer schwangeren Freundin mitgegeben. Etliches habe ich an die Kleiderkammer einer Begegnungsstätte gespendet und übrig geblieben ist eine kleine „Rettungskiste“ mit Sachen, von denen ich mich am Ende doch nicht trennen konnte.

    • Paula sagt

      Nie wieder Kleiderfuchs, es ist nur Abzocke. Ich habe 34 sehr gute Sachen an Kleiderfuchs
      geschickt und dafür 3,93 € erhalten, Alles Markensachen , als ich meine Sachen zurück
      wollte geht kein Weg rein, Dann kann man die Sachen gleich im Müll schmeisen, denn
      Kleiderfuchs macht noch Gewinn.

      • Hallo Paula,

        das ist ja wirklich wenig. Stand da keine Begründung?
        Da bin ich ja froh, dass mein „Haufen“ gar nicht groß genug war, um überhaupt auf die Punkte zu kommen.

  6. Angela sagt

    Habe mich trotz aller Warnungen entschlossen, ein großes Paket gut erhaltener – wohlgemerkt – Herrensachen zu packen und an Kleiderfuchs zu senden. Für getragene Herrenmode gibt es bei ebay kaum Verkaufschancen und irgendwann wollte ich alles einfach nur loswerden. Der Erlös war zweitrangig, mir war nur wichtig, dass die Sachen noch von jemanden getragen werden oder zu etwas nutze sind. Denke mir, wenn jemand dafür bezahlt, hat er auch ne Verwendung. Klar, steht der finanzielle Erlös in keinem Verhältnis zum Wert der verkauften Ware. Aber man sieht ja schon bei der Eingabe der einzelnen zu verkaufenden Artikel wie hoch der Verkaufspreis ist (gut, eher wie niedrig) und weiß insofern, auf was man sich einlässt. Dann geht alles ganz leicht. Mittels der vordefinierten Buttons „Credits“ sammeln (bekam für 25 kg Klamotten 200 Credits und 18,40 Euro ausgezahlt), Sachen verpacken, Etikett für portofreien Versand ausdrucken und ab zu DHL. 4 Werktage später war das Geld auf dem Konto, ohne Abzug, so wie anfangs errechnet. Habe aber auch wirklich nur Sachen eingepackt, die zwar getragen und teilweise alt waren, aber keine Abnutzungsmerkmale wie Aufrauungen an Kragen und Ärmelabschlüssen oder Verwaschungen aufwiesen. Die restlichen Klamotten, die ich nicht in das Kleiderfuchs-Paket getan habe, habe ich portofrei an die kleiderstiftung.de als Spende gesandt (Etikett ausdrucken, Versand über Hermes oder DHL möglich). Fazit: Jederzeit wieder. Hab gaaaanz viel Platz für Neues, das Gefühl, ein gutes Werk getan zu haben und ein paar Cent Taschengeld fürs Kind sind dank kleiderfuchs auch noch rausgesprungen.

    • Hallo Angela,
      danke für deine Erfahrungen. Kleiderstiftung.de kannte ich noch nicht. Ich denke, es ist ganz nützlich, wenn man nicht wie hier eine Kleiderkammer in der Nähe hat, wo man es hinbringen kann.
      Liebe Grüße, Sophie!

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