Veranstaltungen, Web 2.0
Kommentare 14

Brauchen wir den Blogger Kommentiertag?

2. Blogger Kommentiertag Deutschland

Was soll bitte #BloKoDe schon wieder sein? Und wozu brauchen Blogger denn einen Blogger Kommentiertag? Die Kommentarfunktion kann man schließlich das ganze Jahr über nutzen und nicht nur am 2. Januar 2015. Vor allem Blogger sollten das wissen.

In etwa so habe ich auch gedacht, als ich auf Facebook zur Teilnahme am 2. Blogger Kommentiertag Deutschland eingeladen wurde und zunächst den Kommentiertag (= Zeiteinheit und Teil einer Woche) als Kommentiertag (= engl. Etikett, auf Blogs: Schlagwort) gelesen hatte. Aber die Beschreibung machte eindeutig klar, worum es am 2. Januar gehen soll. Nämlich um das Stöbern auf einem bisher unbekannten Blogs und darum, dort – hoffentlich nicht nur beim aktuellsten Artikel – einen Kommentar zu hinterlassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehen knapp 200 Blogs in der Teilnahmeliste. Schon jetzt habe ich einige Blogs dort entdeckt, die ich schon allein vom Namen her spannend finde.

Offizielles Logo zum 2. Blogger Kommentiertag Deutschland mit Hashtag #BloKoDe

Ein bisschen Blogger Kommentiertag ist schon heute

Und ich habe mich an die eigene Nase gefasst und (mal wieder) festgestellt, dass auch ich in letzter Zeit weniger auf anderen Blogs kommentiere. Sollte sich das womöglich durch den Blogger Kommentiertag ändern? Dazu müsste ich vielleicht diejenigen befragen, die bereits am 1. Blogger Kommentiertag Deutschland teilgenommen hatten. Haben sie langfristig ihr Kommentierverhalten geändert? Was brachte dieser Tag für den eigenen Blog? Und Kommentiere ich ab dem nächsten Jahr endlich wieder mehr auf anderen Blogs? Zumindest das hat der Kommentiertag jetzt schon bewirkt. Ich habe mich mal bewusst mit dem Thema beschäftigt.

Warum kommentiere ich auf Blogs eher selten?

Ich habe überlegt, warum ich selbst nicht die fleißigste Kommentatorin bin. Der Hauptfaktor ist bei mir die Zeit. (Ausrede!!!!) Nein wirklich. Tagsüber komme ich selten dazu, andere Blogs zu lesen. Wenn, dann lese ich den einen oder anderen Artikel unterwegs auf dem iPhone, wenn ich z.B. gerade Kind 3.0 stille. Alles andere findet abends statt, wenn die Kinder im Bett sind. Am Ende eines Blogartikels nehme ich mir nur ungern die Zeit zum Kommentieren – vor allem, weil es in der Mobilansicht so elend mühsam ist, erst recht mit nur einer freien Hand.

Manchmal treiben mich aber auch diese elenden CAPTCHA Codes in den Wahnsinn. Ich versuche es mit dem Entziffern genau einmal. Für mehr reicht meine Geduld nicht. Manchmal scheitere ich aber auch an irgendwelchen Aufforderungen, mich zu registrieren. Wenn nur Kommentare von Clubmitgliedern erwünscht sind, dann bitte. Gibt’s eben keinen von mir.

Es gibt aber auch genug Fälle, in denen schon viele Kommentatoren vor mir das geschrieben haben, was mir auch gerade auf der Zunge bzw. in den Fingerspitzen lag – oft sogar treffender formuliert, als ich es selbst gekonnt hätte. Auch das hält mich oft davon ab, dort auch noch meinen Senf dazu zu geben.

Werden Kommentare auf Blogs überbewertet?

Anderseits gibt es auch genügend Blogger, die sagen, dass sie der Anzahl der Kommentare unter ihren Blogartikeln sowieso keine große Bedeutung beimessen. Man kenne schließlich seine Statistiken und klassische Blog-Kommentare werden immer weiter abnehmen. Die Interaktion verlagere sich ohnehin zu allem, was schneller geht, als ein Formular für einen klassischen Blog-Kommentar auszufüllen. Manchmal finden auch die Diskussionen eher auf den Social Media Kanälen statt, auf denen man den Artikel teilt, anstatt unter dem Artikel selbst. Und ist das Liken, Teilen, Favorisieren, Retweeten oder +1 auf Google Plus zu geben nicht auch einer Wertschätzung.

Und spätestens beim Stichwort Spam wird klar, dass allein die Anzahl der Kommentare nicht überbewertet werden sollte. Wenn mir jemand mit Namen „Super Familienhotel in Südtirol“ schreibt (natürlich direkt mit einer Hotelwebseite verlinkt), dass er auch findet, der Harz sei schön, dann freue ich mich eher so mittelmäßig. Dabei gibt es viele Artikel, bei denen ich selbst am liebsten nur ein kurzes „Wow, tolle Bilder.“ oder „Gut gebrüllt!“ hinterlassen würde, dann aber doch denke, dass diese Art von Kommentaren nicht so prickelnd ist.

Welche Kommentare will ich als Blogger (geben)?

Doch welche Kommentare wünschen wir uns als Blogger eigentlich? Was macht „gute Kommentare“ aus? Steve von Zielbar.de favorisiert die Kommentare, die einen Mehrwert für die Leser seines Blogs schaffen. Ich mag den Begriff Mehrwert nicht sonderlich, da er zur Zeit fast schon inflationär gebraucht wird. Aber dass Steve eine solche Liste aufgestellt hat, nach der er sich selbst beim Kommentieren auch richten möchte, halte ich schon mal für eine gute Idee.

  • Sich für den Beitrag bedanken
  • Die eigene Meinung, die man auch sachlich vertreten kann, einbringen
  • Über eigene Erfahrungen berichten
  • Je nach Zielgruppe auch einen Unterhaltungswert schaffen
  • Andere Kommentierende erwähnen und auf deren Meinungen eingehen
  • Sofern sinnvoll und weiterführend zum Thema, auch mal auf Blogbeiträge anderer hinweisen
  • Zu weiteren Diskussionen anregen

Den vorletzten Punkt werde ich demnächst auf jeden Fall häufiger umsetzen. Warum denn nicht auch mal einen Link posten, wenn man einen Artikel kennt, der einen guten Beitrag zum Thema liefert?

Es bleibt abzuwarten, welche Art von Kommentaren der Blogger Kommentiertag am 2. Januar hervorbringt. Hoffentlich mehr als ein paar Mal Hallo unter dem aktuellsten Beitrag auf der Startseite. Über falsche Erwartungen beim Kommentieren hat Thomas auf Bloggerhobby.de einen schönen Absatz geschrieben. Bei dem von ihm zitierten Spruch “Ich kommentiere bei dem nicht mehr, der kommentiert ja nicht zurück”, musste ich schmunzeln, denn so oder ähnlich habe ich Blogger auch schon wehklagen gehört. Das erinnert mich an die Gespräche im Kindergarten von Kind 2.0. „Ich hab dem extra meine Puppe hingelegt, aber der will mir trotzdem nicht seinen Bagger geben!“

Jetzt aber genug Gelaber meinerseits. Ich lade alle herzlich ein, am 2. Blogger Kommentiertag Deutschland teilzunehmen und das Event zu teilen. Hier geht’s zur Anmeldung.

So, ich übe mich dann wieder mal darin, unter anderen Blogartikeln einhändig Kommentare zu hinterlassen, denn Kind 3.0 meldet schon wieder Milchbedarf an. Derweil könnt ihr mir ja einen Kommentar hinterlassen, wie eure Erfahrungen mit den Kommentaren auf Blogs sind. Aber bitte mit Mehrwert! ;-)

14 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.