Reisen mit Kindern
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5 Dinge, die ich auf unserem Roadtrip gelernt habe

Ein Tipp für eine lange Autofahrt mit Baby? Lerne die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. Zum Beispiel eine Butterstulle.

Wir sind von unserer Rundreise durch Belgien wieder zurück. Das Auto ist heil geblieben, keiner von uns hatte (größere) Verletzungen und wir haben uns alle noch lieb. Soweit mein Fazit nach fünf Waschladungen in der Waschmaschine und einem Rettungsversuch für die Balkonpflanzen. Ach ja, und einer Standpauke der ältere Dame im Haus, die zwei Päckchen für mich angenommen hatte und mich tadelte, dass man doch bitte nichts bestellen soll, wenn man weiß, dass man in den Urlaub fährt. Ich habe ihr nichts von unaufgefordert zugesendeten Päckchen erzählt, die man als Blogger zuweilen bekommt, sondern einfach nur gelächelt. Und was habe ich an lehrreichen Erfahrungen dazu gewonnen? Immerhin haben wir so eine Rundreise mit Schulkind, Kindergartenkind und Baby im Auto bisher noch nie unternommen.

Wer Tetris kann, ist klar im Vorteil

Ich hatte ja schon Überlegungen angestellt, ob wir nicht lieber einen Kleinbus oder etwas in der Art mieten sollten, denn uns kam unser Auto (Audi A4 Avant) auf einmal ziemlich klein vor. Wir entschieden uns dann, eine Packprobe zu machen, also mit leeren Koffern und Kinderwagen zu probieren, ob und wie alles in den Kofferraum passt. Und was soll ich sagen? Diese Packprobe hat uns letztendlich eine Menge Geld gespart und ich kann sie nur jedem empfehlen.

Das Ziel ist das Ziel, nicht der Weg

Wie bei jeder Fahrt mit dem Auto haben wir vorher die Route ausgewählt. Welche Autobahnen sollten wir meiden, weil irgendwo die Ferien angefangen haben? Wo sind die wenigsten Baustellen? Gibt es eine alternative Route zur Autobahn, damit wir auch etwas mehr von der Umgebung mitbekommen? Wo können wir Rast machen? Alles ganz wichtige Fragen, aber rückblickend wollten wir oft einfach nur fahren. Vorwärts kommen eben. Bei einer Autofahrt mit Baby kommt der nächste ungeplante Zwischenstopp sowieso früher als man denkt. Du kannst es dir noch so romantisch planen, beispielsweise in einem süßen belgischen Dorf mit Feldsteinhäuschen zu rasten, wenn 10 Kilometer vorher das Baby brüllt und gestillt werden will. Dann stillst du und fährst später durch das süße Dorf nur durch, weil dann zufällig mal alle drei Kinder zur gleichen Zeit schlafen.

Mit Baby an Board gibt es keine Stau-Strategie

Es gibt so viele tolle Ideen, was man mit Kindern im Auto machen kann, wenn man trotz ausgetüftelter Routenplanung im Stau steht. Eine Wahrheit, die bei keinem Ratgeber für lange Autofahrten mit Baby fehlen sollte, ist aber, dass du alle schlauen Stau-Strategien über Board werfen kannst, wenn du mit Baby unterwegs bist. Für Kind 1.0 und 2.0 hatten wir das Tablet voll geladen mit Hörspielen, die sie noch nicht kannten und sie durften auch Spiele darauf spielen. Außerdem hatte ich mir kleine wiederverschließbare Tütchen besorgt und sie mit einer Mischung aus Knabbergebäck und ein paar Süßigkeiten gefüllt. Obst und Gemüse in handlichen Stücken hatten wir sowieso dabei. Den Willen, notfalls zum hundertsten Mal Tiere-Raten zu spielen, wenn’s dem Frieden dient, hatten wir sowieso.

Bei der kleinen Dame gab es nur die eine entscheidende Frage im Stau: „Hält sie durch oder nicht?“ Leider ist sie wie ihre Geschwister kein Schlafkind. Tagsüber sind immer nur 30 Minuten am Stück drin. Dann wacht sie auf, ob das Auto nun fährt oder nicht. Im Sauerland, genau einen Ort vor Willigen, wo wir Zwischenstation machen sollten, steckten wir fest. Es war Schützenfest. Die Straßen waren entweder gesperrt oder voller Autos und Menschen. Kind 3.0 wachte mit lautem Gebrüll auf und hatte Hunger. Alle Ablenkung und das Wasser aus dem Fläschchen halfen nichts. Ich war kurz davor, das Fenster herunterzulassen und zu brüllen: „Dann geht doch alle in den Wald mit eurem sch*** Schützenfest!“ Stattdessen nahm ich mein Töchterchen aus ihrer Babyschale und stillte sie auf dem Rücksitz, da wir ohnehin nur Schrittgeschwindigkeit fuhren.

Vergiss die Worte Schlaf- und Stillrhythmus

In vielen Reisetipps für lange Autofahrten liest man, dass man die Zeiten auf der Straße dem natürlichen Rhythmus der Kinder anpassen soll. Fakt ist aber, dass bei einer Urlaubsreise – und bei einer Rundreise sowieso – nichts mehr in dem Rhythmus ist, in dem es einmal war. Das ist nur logisch, denn der gesamte Tagesablauf ist ja auch nicht mehr so wie zu Hause. Wir haben also den ganzen Rhythmus über Board geworfen und mitunter auch nach jeweils nur einer Stunde Fahrt die nächste Pause gemacht. Das war nicht so praktisch, um schnell von A nach B zu gelangen, aber ideal um die Nerven aller Insassen zu schonen – besonders die des Fahrers.

Ein Tipp für eine lange Autofahrt mit Baby? Lerne die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. Zum Beispiel eine Klappstulle.

Ein Tipp für eine lange Autofahrt mit Baby? Lerne die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen. Zum Beispiel eine Klappstulle.

Manchmal bedeutet eine Stulle das Glück der Welt

Es gab Zeiten, da hielt ich die Entfernung zwischen Berlin und Wolfsburg für einen Katzensprung. Einen Urlaub mit drei Kindern später kam ich mir auf der ersten Zwischenstation in Wolfsburg vor, als hätten wir gerade den Gipfel des Olymp erklommen. Auf dem Foto ist zu erahnen, dass meine kleine Dame gerade wieder eines ihrer kleinen Nickerchen im Ergobaby hält. Dass ich in Wolfsburg die wahrscheinlich leckerste Stulle zwischen Berlin und der belgischen Grenze genossen habe, kann man wohl deutlich sehen.

Im nächsten Urlaubsbericht berichte ich von unserer Zwischenstation in Wolfsburg und verrate euch, wo ihr in Wolfsburg die leckersten Klappstullen und einen der wohl coolsten Hotel-Pools in Deutschland findet.

Dieser Beitrag ist Teil meines Familienreiseblogs. Für meine Reisen arbeite ich auch mit touristischen Partnern zusammen. Hier erfährst du mehr über mich als Reisebloggerin und meine Reiseartikel.  

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